Schwarzer Humor

In einem englischsprachigen Blog fand ich einen Artikel in welchem sich die Verfasserin sehr über das Verhalten des Musikers Jack White bei einem Auftritt der Band The Dead Weather geärgert hat, welchen sie besucht hat.

Dort soll er während des Konzerts das Publikum unter anderem gefragt haben ob sich unter selbigem Veganer befänden und darauf gemeint haben, dass diese doch auf die Bühne kommen sollten, damit sie gemeinsam eine Kuh töten könnten.

Als ich das gelesen habe glaubte ich erstmal nicht, dass die Geschichte wirklich echt sein bzw. dass das die ganze Geschichte sein könnte. Schließlich ist Jack White meiner Meinung nach kein Durchgeknallter, sondern ein unglaublich toller, kluger, beeindruckender Typ. In den Kommentaren fand sich dann auch eine plausible Erklärung dafür, dass Jack White scheinbar vollkommen grundlos Veganer blöd anmacht: So heist es dort er habe nur Alison Mosshart, die ein Mitglied der Band ist ärgern wollen. Diese würde vegan leben.

Und wie man hier sehen kann mögen die beiden sich sehr gerne.

Unter dem Hintergrund finde ich Jack Whites Verhalten ehrlich gesagt schon einigermaßen okay. Wenn man nicht weis, dass das kein Angriff gegen vegan-lebende Menschen sein soll ist es aber ziemlich mies.

Prinzipiell halte ich schwarzen Humor ja für eine gute Sache. Die folgenden drei Beispiele aus dem Wikipediaartikel Galgenhumor zeigen, dass Humor selbst dann, wenn es ganz heftig kommt keine Grenzen zu kennen scheint:

  • Dem Räuber Mathias Kneißl wird – im Zusammenhang mit der Verkündung seines Todesurteils, die an einem Montag stattfand – der Ausspruch zugeschrieben: „De Woch fangt scho guat o.“ („Die Woche fängt ja schon gut an.“)
  • Dem Berliner Räuber Werner Gladow wird im Zusammenhang mit der Verkündung des Urteils der Ausspruch zugeschrieben: „Wissen Sie, Herr Richter, die dreifache Todesstrafe, einmal lass ich mir das ja gefallen, die Birne abhauen, aber det andere beede Mal würde ich sagen, dat is Leichenschändung.“[1]
  • Am 25. Juli 2008 sprach der in den USA wegen Mordes zum Tode verurteilte Christopher Emmett, nachdem der Gouverneur von Virginia das Gnadengesuch abgelehnt hatte, als letzte Worte vor der Vollstreckung des Urteils durch die Giftspritze: „Tell the governor he just lost my vote.“[2] („Sagt dem Gouverneur, dass er gerade meine Stimme verloren hat.“)

Unter den schlimmstmöglichsten Zuständen, unter Umständen sogar mit dem Wissen auf einen wahrscheinlich baldigen Tod noch Humor zu haben scheint wohl unmöglich zu sein. Doch meines Wissens berichteten selbst einige Überlebende von Konzentrationslagern im Dritten Reich von Galgenhumor unter den Gefangenen. Ich glaube, dass genau dieser Humor noch einmal in unerreichbare Ferne gerückte Lebensfreude zurückbringen kann.

Die große Gefahr bei der Verwendung von schwarzem Humor ist aber jemanden zu kränken der aus persönlichen Gründen bei bestimmten Themen gar keinen Spaß verstehen kann. Leider merkt man das unter Umständen erst dann wenn es schon zu spät ist oder im schlimmsten Fall überhaupt gar nicht.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s