Whom can you trust?, Microsofts Strategien und nützliche Erweiterungen für Mozilla Firefox

In der Diskussionssendung des Radiosenders Fritz zum Thema Veganismus kam von Seiten einiger Hörer auf Facebook die Aussage, dass diese gehört oder gelesen hätten, dass PETA Tiere töten würde.

Ich dachte mir natürlich wtf?!? Soll das ein Scherz sein?

Die Studiogäste erklärten den Sachverhalt dann so: Es stimme zwar, dass PETA in den USA Hunde und Katzen töten würde, dabei ginge es aber um Tiere, die im Tierheim nicht vermittelt werden könnten und PETA USA sei in dem Prozess nur insofern involviert als dass sie die Tötungen, die in diesen Fällen sowieso stattfinden würden auf eine weniger grausame Art und Weise durchführen lassen würden. Konkret würden die Tiere davor verschont schmerzhaft vergast oder erschossen zu werden. Der Fakt, dass PETA in den USA Tiere tötet würde von einem Interessenverband, welcher von der Fleischindustrie finanziert wird ohne weitere Erklärung verbreitet werden mit dem Ziel PETA öffentlich zu diskreditieren.

Wer es nachhören möchte: Hier ist der Link . In der um Musik und Nachrichten gekürzten Podcast-Version wird der Sachverhalt ab 1h27m angesprochen.

Krass, wenn das stimmt, dass hier eine derart hinterhältige Kampagne gegen PETA gefahren wird.

Normalerweise fällt mir die Einteilung von Internetseiten bzw. deren Betreiber in „Gut“ und „Böse“ leicht, denn ich nutze einer Browsererweiterung, welche auf sich aufmerksam macht, wenn andere Nutzer selbiger Erweiterung eine Seite als besonders unseriös oder sonstwie gefährlich eingestuft haben. Die Erweiterung und das zugehörige Bewertungsportal werden von einer schwedischen Firma entwickelt bzw. betrieben. Die Rede ist von Web of Trust (kurz WOT).

Zwar kann mir die Erweiterung das Denken nicht abnehmen, aber die Bewertungen anderer Nutzer und insbesondere von diesen hinterlassene Kommentare helfen mir dabei die Vertrauenswürdigkeit von Websites einzuschätzen. Einige Seiten werden bei WOT meines Erachtens zu Unrecht schlecht bewertet – aber gerade an der Stelle kann man mit der Abgabe einer eigenen Bewertung, am besten mit erläuterndem Kommentar etwas erreichen. Denn wenn andere den Kommentar lesen und nachvollziehen können, werden auch diese die jeweilige Seite dementsprechend bewerten.

Da ich das Programm so eingestellt habe, dass nur Warnungen erscheinen wenn eine Seite als sehr schlecht eingestuft wird erhielt ich beim Aufruf von http://www.petakillsanimals.org keine Hinweise von Web of Trust.

Deswegen habe ich manuell die WOT-Kommentare zur Seite aufgerufen. Hier zeigt sich ein heftiges Bild: Wenn das was da im Bluemoon von den Studiogästen erzählt wurde wirklich stimmt, dann haben es die Verantwortlichen von petakillsanimals.org wohl wirklich geschafft viele Amerikaner hinters Licht zu führen. Denn nicht nur die Punktebewertung, sondern auch die Kommentare zur Seite scheinen größtenteils positiv zu sein.

Die Betonung im letzten Satz muss auf dem Wort „scheinen“ liegen. Denn jetzt kommt etwas was mir nach Manipulation aussieht: Da Web of Trust standardmäßig so eingestellt ist, dass die Kommentare, bei denen die Likes die Dislikes in der Häufigkeit am zahlreichsten überwiegen ganz oben erscheinen, tauchen auf der ersten Kommentarseite nur Kommentare auf welche behaupten, dass PETA die Bösen sind und petakillsanimals.org nur die Wahrheit über PETA aussprechen würde. Auf der zweiten Seite hingegen finden sich ausschließlich Kommentare die das Gegenteil davon behaupten – aber auf die zweite Seite dürfte kaum jemand schauen. Auch die eigentlichen WOT-Punktebewertungen sind so gut, dass man entweder davon ausgehen muss, dass hier im Sinn von petakillsanimals.org im großen Stil manipuliert wurde oder dass die Kampagne es wirklich schafft viele Leute zu täuschen. Angesicht der ziemlich positiven Punktebewertungen und der heruntergestuften negativen Kommentarbewertungen komme ich zum Schluss, das hier wohl im Sinne von petakillsanimal.org manipuliert wurde. Denn Kommentare lassen sich bei weitem nicht so leicht fälschen wie Punktebewertungen. Das liegt daran, dass Kommentare von neuen WOT-Usern, die sonst nichts oder nur wenig kommentiert haben von den meisten Nutzern wohl nicht als relevant angesehen werden würden.

Wenn das stimmt was PETA sagt muss es Leute geben die bewusst eine Seite mit falschen Informationen bereitstellen. Was sind das für Leute die so etwas machen? Geldgeile skrupellose Menschen? Psychopathen?

Falls das Menschen sind, die ihren Job nur aus Geldnot machen: Ich hoffe diese schreiben Tagebücher über das was sie erleben und veröffentlichen diese hinterher. Wenn es sein muss anonym. Aber wahrscheinlich haben diese Leute in ihrem Job nicht so viel Zeit zum Bücherschreiben wie Thilo Sarrazin, welcher in seiner Zeit als Chef der Bundesbank dort ein (Zitat Volker Pispers) „Fachreferat für Rassenforschung und Genetik“ aufgebaut hat.

Der Betreiber von petakillsanimals.org ist das „Center for Consumer Freedom“. Auf deren WOT-Bewertungsseite zeichnen Web Of Trust Nutzer in den Kommentaren ein fast ausnahmslos negatives Bild dieser Vereinigung. Aber die Punktebewertungen sind gar nicht so schlecht. Das klingt mir auch wieder nach manipulierten Bewertungen.

Ich finde derartige Manipulationen mies. Mich erinnern diese daran, dass ich noch einen Artikel über die Deutsche Bahn AG schreiben wollte. Die haben sowas ähnliches auch schon mal machen lassen.

Ich verwende WOT übrigens unter Mozilla Firefox, da ich der Überzeugung bin, dass dieser Webbrowser ein Garant für ein Internet, welches möglichst frei von Missbrauch durch einzelne mächtige Unternehmen wie Microsoft, Apple oder aber auch Google ist. Dies wird dadurch erreicht, dass der Quellcode – das ist quasi der komplette Bauplan des Programms – kostenlos zur Verfügung steht. Wenn jemand mit Entwicklungen bei Mozilla nicht einverstanden ist hat jeder das Recht den Quellcode von Firefox zu nehmen und so abzuändern wie es ihm passt. Gleichzeitig hat derjenige aber auch die Verpflichtung den abgeänderten Quellcode zur Verfügung zu stellen falls er das Programm in der von ihm abgeänderten Version veröffentlichen will (dabei darf dieser natürlich nicht den Eindruck erwecken, dass es sich bei seiner Version um die Originalversion von Mozilla handele).

Gerade Microsoft hat in der Vergangenheit immer wieder gezeigt, dass ihnen die miesesten Tricks recht sind um ihre wirtschaftliche Stellung zu stärken.

Der Erfolg von Microsoft beruht meiner Meinung nach im Wesentlichen auf diesen zwei Strategien:

http://de.wikipedia.org/wiki/Embrace,_Extend_and_Extinguish

http://de.wikipedia.org/wiki/Fear,_Uncertainty_and_Doubt

Nebenbei erwähnt hat man bei Microsoft auch noch eine Managementmethode gefunden mit der man Kreativität im Keim ersticken kann.

An einem ähnlichen Problem krankt vermutlich auch die Politik. Gewählte Volksvertreter müssen auf sich aufmerksam machen um wahrgenommen und wiedergewählt werden. Das führt dann auch mal zu blindem Aktionismus und populistischen Forderungen. Die Politiker sind dabei gar nicht die eigentlich schuldigen, denn sie sind ja nur das Opfer des Systems(?)

Zumindest geht ein Teil des unsauber erwirtschafteten Geldes, welches der frühere Microsoft Chef (der aktuelle heißt Steve Ballmer, ist höchst uncharismatisch und hätte angeblich einen Stuhl in seinem Büro geworfen als eine Führungskraft ankündigte zu Google zu wechseln) Bill Gates erhielt in Entwicklungsprojekte in der Dritten Welt. Leider ist aber auch hier nicht alles komplett einwandfrei.

Genug Microsoft-Bashing. Zurück zu den Browsererweiterungen: Für noch unverzichtbarer als Web of Trust halte ich die Erweiterung Adblock Plus, welche lästige Werbung automatisch mit der Hilfe von Filterlisten entfernt.

In den Einstellungen der Erweiterung sollte man den Haken bei „Einige nicht aufdringliche Werbung“ entfernen falls man möglichst jegliche Werbung ausblenden möchte. Hinweis: Will man bestimmte Seiten durch Klicks auf Werbebanner unterstützen kann man Adblock Plus ganz leicht so konfigurieren, dass die Filterregeln bei der jeweiligen Seite keine Anwendung finden.

Hat man Adblock Plus installiert und fühlt sich immer noch genervt von bestimmten Werbehinweisen, welche von den vorgegebenen Filterlisten nicht abgedeckt werden (da sie beispielsweise als Eigenwerbung klassifiziert werden) gibt es Abhilfe: In diesem Fall empfiehlt es sich Adblock Plus um den Adblock Plus Element Hiding Helper zu erweitern.

Ich persönlich nutze das beispielsweise um den Hinweis auf Google Chrome, welcher auf einigen Seiten von Google erscheint auszublenden. Nach der Installation des Element Hiding Helpers lässt sich auf der gewünschten Seite mit der nervigen Einblendung nach einem Klick auf das rote Adblock-Plus-Schild und einem weiteren auf „Element zum Verstecken auswählen“ die nervige Einblendung auswählen und damit dauerhaft ausblenden. Problem gelöst.

Wenn ihr keine Lust auf gedruckte Werbung und so weiter habt: Für Reallife-Briefkasten empfehle ich einen Aufkleber mit einem Satz welcher aussagt, dass man nicht nur keine Werbung, sondern bitte auch keine kostenlosen Zeitschriften und Zeitungen erhalten möchte.

Eine triviale, aber meines Erachtens trotzdem wunderschöne Erweiterung für Firefox ist Colorful Tabs. Bunt ist halt schöner als weiß.

Praktisch ist auch der Video Download Helper. Mit diesem lassen sich beispielsweise Youtubevideos herunterladen um selbige anschließend auch ohne Internetanbindung abspielen zu können. Falls ihr keinen Medienplayer habt welcher mit den von Youtube verwendeten Formaten zurechtkommt schlage ich vor den VLC Media Player zu testen. Dieser ist ebenso wie Mozilla Firefox kostenlos und Allgemeingut. Das Programm findet man auf der Projektseite: http://www.videolan.org. Gerade beim VLC muss man wahnsinnig aufpassen, dass man sich das Programm wirklich von der offiziellen Seite herunterlädt und nicht von einer der vielen betrügerischen Seiten, welche nur behaupten, dass sie den VLC Player anbieten würden.

Eine andere von mir verwendete Erweiterung nennt sich Youtube Auto Replay. Diese fügt jedem Youtubevideo einen Wiederholen-Knopf hinzu.

Auch auf die Erweiterung Speeddial möchte in nicht mehr missen. Stellt man Firefox so ein, dass dieser beim Öffnen bei der Adresse about:blank (also eigentlich einer leeren weißen Seite) startet und stellt in den Einstellungen von Speeddial zudem ein, dass die Speeddialübersichtsseite beim Laden von leeren neuen Tabs und Fenstern angezeigt werden soll so erhält man sowohl als Startseite, als auch bei neuen leeren Tabs und Fenstern die Speeddialübersichtsseite. Diese kann man nach belieben konfigurieren. Ich habe sie beispielsweise so eingestellt, dass ich unter anderem immer die aktuelle Ansicht zweier Webcams meines Heimatorts als kleines Vorschaubild erhalte. Die anderen sieben Vorschaufenster sind mit Seiten belegt welche ich häufig aufrufe. Die Idee zu Speeddial liegt übersprünglich beim norwegischen Browserherstellers Opera, welcher in Sachen Browsertechnologie viele Jahre führend war und nach wie vor gute Produkte liefert. Da es aber keinen wirklich fairen Markt in Sachen Browser gibt wurde Opera leider nie wirklich populär. Um aus dem Nischendasein herauszukommen fehlt Opera leider die Marktmacht.

Generell ist es auch wichtig, dass man bei der Installation von beliebigen Programmen aufmerksam liest was diese mitinstallieren wollen und Dinge wie Browserleisten und Sucherweiterungen nicht mitinstalliert, solange man sie nicht umbedingt haben möchte. Meist muss man dazu standardmäßig gesetzte Häkchen entfernen („Opt-out“). Auch rate ich davon ab Firefoxversionen zu nutzen welche nicht direkt von Mozilla selbst stammen – konkret werden einem solche beispielsweise regelmäßig von web.de und gmx aufgedreht. Also Firefox immer bei http://www.mozilla.org herunterladen.

Zum Thema Sicherheit möchte ich anmerken, dass ihr unbedingt mal auf die Pluginseite eurer Firefoxinstallation gehen solltet (z. B. indem ihr in die Adressleiste about:addons eingibt und auf „Plugins“ drückt) und dann auf „Überprüfen Sie, ob Ihre Plugins aktuell sind“ klickt. Wichtig ist es, dass ihr dem Plugin Adobe Shockwave Flash Player erlaubt sich automatisch zu aktualisieren. Ansonsten lauft ihr Gefahr euch allein durchs Surfen Schadsoftware einzufangen. Um maximale Sicherheit zu erreichen ist es eine gute Idee unnötige Plugins zu deaktivieren. Ich schlage vor alle Plugins außer den Flash Player und Plugins von denen ihr wisst, dass ihr sie umbedingt benötigt zu deaktivieren. Sollte sich deswegen irgendeine Internetseite nicht komplett nutzen lassen könnt ihr das benötigte Plugin natürlich wieder aktivieren.

Etwas Positives zum Schluss: Dass Mozilla Firefox in Deutschland zum jetzigen Zeitpunkt der meistgenutzte Browser ist, obwohl dieser auf keinem PC vorinstalliert wird – im Gegensatz zum Microsoft Internet Explorer, welcher faktisch auf jedem Windowsrechner mitgeliefert wird gibt mir Hoffnung, dass der „gewöhnliche Bürger“ sich nicht komplett von ein paar skrupellosen Firmen für dumm verkaufen lässt.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s