Mein Fleisch gehört mir!

Falls Ihr trotzdem Fleisch essen wollt, beißt Euch doch in den eigenen Arsch!

Vorgestern bin ich zufällig über das obige Bild gestoßen. Mir gefällt der Spruch ziemlich gut. Aber aus einem anderen Grund möchte ich darüber schreiben: Ich assoziere damit eine Person, welche ich vor circa einem Jahr während eines Praktikums für zwei Wochen kennen lernen durfte. Ein derartiges Poster hing unter vielen anderen an der Wand an seinem Arbeitsplatz. Ob er überhaupt zumindest Vegetarier ist weis ich nicht. Zwar habe ich ihn über total viel, auch eine Menge Privates ausgefragt, aber das habe ich nicht gefragt – fand ich damals ehrlich gesagt auch nicht so sehr wichtig wie heute. Aber naja, dass so eine Kuh nicht einfach so Milch gibt und dass männliche Küken Pech gehabt haben wusste ich damals nicht. :-/

Diese Person fand ich sehr beeindruckend. Aber nicht nur ich fand ihn toll, nein in seiner Umgebung gab es eigentlich nur strahlende Gesichter. Nur ein paar verklemmte Kollegen mochten ihn nicht. Mir kommen vor Freude fast die Tränen, wenn ich daran denke wie er einmal während dem Essen einer Breze mit halbvollem Mund, also etwas respektlos einen seiner verklemmten Kollegen nach mir befragte. Da war mein ansonsten aus ganz anderen Gründen enorm mieser Tag wesentlich erträglicher geworden.

Der Typ von dem ich schreibe hat nach seinem erstem erfolgreichen Studium bald festgestellt, dass er sein Leben lang nicht im Anzug (an der Stelle möchte ich ein Sprichwort einschieben: >>Je feiner der Zwirn, desto kleiner das Hirn.<<) Leuten irgendwas aufdrehen will, sondern was sinnvolles damit machen möchte. Ausserdem wollte er mehr Zeit für seine liebste Lebensbeschäftigung haben: Den Sport.

Und dann hat er nochmal studiert. Um hinterher etwas tun zu können wobei er mehr Zeit mit Sport verbringen kann und etwas bei dem er den Eindruck hat, dass es eine sinnvolle Tätigkeit ist.

Was ich so toll an ihm fand:

– Dinge werden von ihm nicht bierernst genommen. Er hat stets Humor.

– Seine positive Lebenseinstellung.

– Er zeigt keinen übermäßigen Respekt gegenüber höhergestellten Personen wie z. B. seinem Chef. (Das finde ich gut, denn das sind auch nur Menschen. Respekt ja, Arschkriecherei und übertriebenen Respekt nein. Fairerweise sei dazu gesagt, dass sich viele in unserem Land gar nichts anderes als ein gewisses Maß an Arschkriecherei gegenüber ihren Vorgesetzten erlauben können.)

– Er lässt die Anderen wissen, dass er auch nur ein ganz normaler Mensch ist, ja gerne auch für alle ein Kumpel ist. Jeder darf und soll ihn duzen. (Ich habe ihn trotzdem zwei Wochen immer wieder unbeabsichtigt mit „Sie“ und „Herr [Nachname]“ angesprochen. Das bekommt man einfach so schlecht aus mir raus.)

– Zwar hatte ich nur zwei Wochen mit ihm zu tun, aber ich hatte auch den Eindruck, dass ihm ein ehrlicher Umgang mit allen Leuten sehr wichtig ist.

– Er macht seinen Beruf gut, mit Plan und Freude. Noch wichtiger als die Arbeit ist ihm aber mit seinen Mitmenschen menschlich umzugehen.

Ich glaube an solch positive Lebenserfahrungen sollte ich häufiger denken, gerade dann wenn ich mit eingebildeten, unfreundlichen, stets todernsten Personen zu tun habe.

Ach und noch was Lustiges dazu: In einem der vielen Gespräche mit ihm hat er mal gesagt, dass ihm in seinem Leben viele tolle Leute begegnet sind. Aber mit einem Typen hatte er in seiner Jugend ein Riesenproblem, welches auch auf Gegenseitigkeit beruhte. Und wie es der irre Zufall wollte stellte sich heraus, dass ich mit dieser, schon seit längerem verstorbenen Person verwandt war. Wir fanden das beide superlustig.

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