This is vegan style!

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Otto Moralverbraucher

Gezielt einkaufen und die Wirtschaft gerechter und grüner gestalten – für diese Idee begeistern sich immer mehr Verbraucher. Sie kaufen Obst vom regionalen Bauern, trinken fair gehandelten Kaffee oder investieren in Fonds, die unter ethischen Gesichtspunkten zusammengestellt wurden.

Ein Beitrag von Caspar Drohmen, welcher am 22.10.2012 um 19:30 Uhr auf DRadio Kultur lief. Er kann online nachgehört bzw. nachgelesen werden.

Einkauf bei Lidl

Das erste auf dem Weg liegende Konsumgut ist das Toastbrot. Und beim Griff in eigentlich falsch eingeräumten (die als erstes ablaufenden Packungen liegen ganz unten) Toastbrotregale musste ich an diesen Artikel denken.

Als nächstes geht’s zum Obst. Es landen unter anderem Fairtrade-Bananen (zur Unterscheidung von den Ausbeuterbananen absurderweise in Kunststoff verpackt) in der Einkaufstasche. Irgendwie komisch: Lidl + Fairtrade. Passt eigentlich gar nicht zusammen. Aber imho zumindest besser als Lidl ganz ohne fairen Handel.

Abgesehen davon, dass viele Veganer gar keine derartigen Fertigprodukte kaufen: Ein veganer Kartoffelsalat mit der Aufschrift Metzgerfrisch (Lidl-Eigenmarke)? Ich find’s irgendwie kurios.

Beim Tiefkühlregal habe ich Tiefkühlerbsen vermisst – vielleicht auch nur übersehen. Ein Tiefkühlgemüsemix führte in der Zutatenliste Milchzucker  und ein anderes Tiefkühlprodukt, welches explizit als vegetarisch beworben wurde hatte ebenfalls Laktose in der Zutatenliste… doof

Dafür habe ich dann Pommes mitgenommen, gerade weil mir der Warnhinweis auf der Packung gut gefallen hat. Und ich stelle gerade fest, dass die Warnung nicht ganz unberechtigt ist. Sie schmecken übrigens gut – nur triefen sie fast vor Fett.

Neben einigen weiteren veganen Produkten (Kartoffeln, Auberginen, Tomaten, Mango, Avocado, Gewürzspekulatius) hat es auch unveganes Katzenfutter geschafft in die Einkaufstasche zu gelangen.

Warum ich mit manchen Menschen nichts zu tun haben möchte

Sie verstehen den Kern der Sache nicht: Mir ist durchaus bewusst, dass die Gänse beim Stopfen leiden. Ich finde dies zwar bedauerlich aber durchaus angemessen für den folgenden kulinarischen Genuss. Hingegen bin ich weder masochistisch noch sadistisch um so etwas mir selbst oder einem anderen Menschen grundlos antun zu wollen. Aber bei Gänsen geschieht es zum Zwecke der Stopfleberproduktion eben nicht grundlos sondern in einer sinnvollen Absicht! Mir gehen Leute auf den Zeiger, die mir jede menschliche Ethik absprechen wollen, nur weil ich für kulinarischen Genuss tierisches Leid in Kauf nehme. Das tun im übrigen Millionen Menschen, die ihr Schnitzel im Supermarkt kaufen auch, nur auf niedrigerem Niveau.

Dieses ist ein Zitat vom Spiegel Online Nutzer huw00, welches hier nachgelesen werden kann.

Während ich seinen Schnitzel-Vergleich noch nachvollziehen kann macht mir seine Schlussfolgerung Angst.

Schaut euch auch mal Beitrag #53 vom selben Nutzer an. Mir wird dabei Unwohl.

Bleibt die Hoffnung, dass Menschen mit derartigen Einstellungen zu einer Minderheit gehören.

Reportage vom SWR. Vielleicht besser nicht anschauen

Ich zitiere im Folgenden einfach mal den kompletten Beitrag des Nutzers „HorstWorst“ im Forum von planet3dnow.de

Kam letzte Woche auf SWR:
Schweine für den Müllcontainer – Warum es zu viel Fleisch gibt

www.youtube.com/watch?v=J9XgEJWo5-w

Kein einseitiges Shockervideo militanter Tierrechtler, sondern eine ganz normale Reportage der Öffentlich-Rechtlichen. Das Kotzen kommt mir trotzdem
Zum Teil wegen dieser Subventions-Kacke, die ich nicht verstehe. Ich hasse es, wenn ich den Sinn (also den langfristigen Nutzen für die Allgemeinheit) hinter irgendetwas nicht erfassen kann.
Zum Teil weil ich auch nicht verstehe, wie ein ganzer Industriezweig derart herzlos mit Lebewesen umgehen kann. Geht mir nicht in den Kopf … das sind doch keine Kinder mehr die aus kindlichem Übermut einen Frosch quälen oder so. Das sind erwachsene, vermutlich auch denkende und empfindende Menschen – wie kann man sowas mit seinem Gewissen vereinbarn?

Die größte Kotzattacke kommt mir aber, wenn ich beides verbinde. Juhu, ich bezahle Steuern u.a. dafür, dass in meiner Nachbarschaft eine Tiervernichtungsmaschine, die 135 Millionen Tiere im Jahr vernichten kann, mit 8,3 Millionen Euro gefördert wird. Ich bezahle dafür, das jede Sekunde 8 Leben ausgelöscht werden. Versucht mal, 8x in einer Sekunde in die Hände zu klatschen. Oder auch nur mit dem Finger auf den Tisch zu tippen.
432.000 am Tag. Das ist eine mittlere Kleinstadt. Als würde jeder Hannoveraner morgen eine Kugel in den Kopf kriegen. Übermorgen jeder Nürnberger. Und Freitag sind die Bremer dran. In der kleinen Halle um die Ecke …

So, vielen Dank für die Aufmerksamkeit – bin am Wochenende wieder dran vorbeigefahren. Von den bis zu 1000 Arbeitsplätzen, die ‚versprochen‘ wurden, sehe ich übrigens auch nur die Anzeigen für 400€-Jobs im Wochenendblättchen. Wobei ich mich eh frage, ob man nach acht Stunden in so einer Arbeitsstätte nicht nur noch als seelenloser Zombie nach Hause gehen kann …